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Zuerst gilt es bei der Behandlung eines Herzinfarktes, das betroffene Gefäß zu öffnen. Die Patienten werden auf der Intensivstation behandelt. Die Therapie zielt zuerst einmal einzig und allein darauf ab, das verschlossene Gefäß so rasch wie möglich zu öffnen. Diese Behandlung trägt auch den Namen Reperfusionstherapie. Je mehr Zeit nämlich vergeht, bis das betroffene Gefäß geöffnet wird, umso mehr Gewebe des Herzmuskels erleidet einen irreparablen Schaden und stirbt ab. Daher kommt auch der Spruch der Mediziner „Time is muscle“, also Zeit ist Muskel. Durch die rasche Öffnung des Gefäßes kommt es weniger zu chronischen oder akuten Komplikationen. Für diese Reperfusionstherapie gibt es verschiedene Behandlungsverfahren:

1. Thrombolysetherapie Bei dieser Therapieform wird das Gerinnsel mittels Medikamenten aufgelöst. Dazu werden diese in die Vene gespritzt und bewirken so, dass das Gerinnsel direkt abgebaut wird oder dass körpereigene Enzyme aktiviert werden, die diese Aufgabe übernehmen. Diese Therapie wird nur innerhalb von sechs Stunden nach dem Infarkt durchgeführt, danach ist sie wirkungslos. Innerhalb der ersten drei Stunden ist sie am effektivsten. In rund sechzig Prozent aller Fälle bewirkt die Thrombolysetherapie, dass sich das verstopfte Gefäß innerhalb von etwa eineinhalb Stunden wieder öffnet.

2. Akut-PTCA Bei dieser Form der Therapie eines Herzinfarktes wird ein so genannter Herzkatheter gesetzt. So wird das verstopfte Gefäß durch eine Art Ballon erweitert. Das Gerinnsel kann abfließen. Danach wird oft ein Stent gesetzt, eine Stütze, die hilft, dass das Gefäß dauerhaft geöffnet bleibt. Diese Wiedereröffnung gelingt in rund neunzig Prozent der Fälle. Diese Art der Therapie ist aber nicht für alle Patienten verfügbar, da nicht alle Kliniken über die entsprechende Ausrüstung verfügen.

3. Rescue-PTCA Auch wenn die erstgenannte Therapie durchgeführt wurde, kann es sein, dass sich der Zustand des Patienten verschlechtert. In einem solchen Notfall wird dann die so genannte Rescue-PTCA durchgeführt. Diese Therapie beinhaltet das Setzen eines Herzkatheters. Wenn die Herzkranzgefäße so stark in Mitleidenschaft gezogen sind, dass sie auf andere Art und Weise nicht mehr zu retten sind, so kann eine Bypass-Operation helfen. Hierbei wird die Stelle des Gefäßes überbrückt, die zu eng ist und somit schnell verstopfen kann. Bei der OP wird eine Vene eingesetzt, die aus einer anderen Körperstelle entnommen wurden.

Alle Therapieformen werden durch die Gabe von Medikamenten ergänzt, etwa durch Acetylsalizylsäure (bewirkt eine Verdünnung des Blutes), Heparin (greift in das Blutgerinnungssystem ein), ACE-Hemmer (entlasten das Herz und senken den Blutdruck) oder Schmerzmittel, die therapiebegleitend verabreicht werden.